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Geist-Fragment: Das Riff 4 Legenden & Mysterien 5 Common

Er ließ sich von seinen Geiselnehmern durch den Dreck ziehen.

Seine Arme schmerzten. Zwei Hände umklammerten jeden seiner Oberarme wie Eisenbänder. Er sackte in sich zusammen und die Spitzen seiner abgewetzten Stiefel schleiften über die Steine und wirbelten Staub auf. Er hielt seinen Blick gesenkt. Ein zerschlissener, fleckiger Mantel hing über seinem Gesicht. Eine solche Lage war er nicht gewohnt.

Sie erniedrigten ihn. Sie misshandelten ihn. Er biss sich auf das Innere seiner Wange, bis er Blut schmeckte. Es fiel ihm schwer, keinen Widerstand zu leisten.

Er musste sie glauben lassen, dass er gebrochen war. Dass er keine Bedrohung war.

Nur so würden sie ihn zu ihrem Kell bringen.

Wochenlang hat er die Täuschungen gesponnen, die die Gefallenen zu ihm führten. Er hinterließ Spuren, wo sie gefunden werden mussten. Er schlich von Planet zu Planet – Mars, dann Venus, dann Merkur und wieder zurück – um Gerüchten und Munkeleien zu folgen. Er versteckte sich vor den Hütern, seinen eigenen Leuten. Alles, was sie aufgebaut hatten, ließ er einstürzen, während die, die ihm noch die Treue hielten, jeden Zentimeter dieses verlassenen Systems absuchten.

Jetzt war es an der Zeit, die Suche zu beenden und den Aufbau zu beginnen.

Er brauchte Soldaten, die ihm und niemand anderem Folge leisten würden. Körper, die er mit Willenskraft, Magie und Technologie nach seinen Bedürfnissen formen konnte. Sie würden dienen.

Er dachte, sie würden ihn zu einer Ketsch bringen. Doch sie waren tief im Untergrund. Nicht mal in der Nähe des Kosmodroms, doch das spielte keine Rolle. Die Geographie dieser verdammten Welt hatte ihn nie sonderlich interessiert. Dies war nicht seine Heimat.

Also beugte er seinen Kopf tief und lauschte den kehligen Zisch- und Klickgeräuschen, die aus dem Schlund des zukünftigen Königs in Gelb kamen. Der gebrochene Herrscher eines zerbrochenen Hauses. Der Letzte seiner Art.

Sie hatten mehr gemeinsam, als er wahrhaben wollte.

Als der Zorn der Kreatur nachließ, hob er seinen Kopf, um sie anzusehen. Es war nicht nötig, dass er sprach.

Wenn ein Kell aufsteigt, fällt ein anderer auf die Knie.

Und der Prinz spürte, wie das leise Summen des Sternenlichts durch ihn hindurchfuhr. So wusste er, dass sie mit deinen Taten zufrieden war.